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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
Entstehung
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159
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insonderheit bey den Morgenländern. 169

Und führte »ach Aleppo mich, und gabMir seiner einz'gen Tochter mir noch hundertDukaten. Ob nun Sadi glücklich war?

Die Tochter war herrschsüchtig, harten Sinns,Won frecher Zunge, meinem Rarhe stetsZuwider; also daß die Ehe mirAll' meines Lebens Süßigkeit verdarb.

Suchst du die Höll' hier unter dem Himmel: so suche

die Wohnung

Eines friedlichen Manns, dem sich ein Dämon ge-sellt.

Bist du nicht, sprach sie, jener Sklave, denMein Water sich mir zehn Dukaten kaufte?"

Ja, sprach ich, ja! Mit zehnen kauft' er mich;, Mit hundert hat er mich an dich verkauft.

Als der Jäger ein Lamm von Wolfes Schlunde be-

sreyle ,

Und am Abend cs sich selber zum Bissen erkor,Sprach das Lamm: ,, 0 ich dacht' es nicht, daß du,

mein Erretter,

Der mich vom Wolfe befreyt, selber mir wärest ein

Wolf."

Sonst wissen wir wenig von Sadi's Lebensum-standen. Er führte das Leben eines Derwisch, undbrachte es größtentheils auf Reisen zu. Er gedenktan seine Flucht aus Schiras vor den räuberischenTürken, an seine Wallfahrten nach Mekka, aneine Reise nach Kaschgar in Indien, wo er ei-nen schönen Züngling fand, der, als er den Namen