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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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insonderheit bey den Morgenländern^ i55

i.

Unter dem Namen der morgenländi sehenDichrknn st begreift man gewöhnlich die Poesieso verschiedncr Völker und Zeiten Asiens, als manin Europa schwerlich unter Einem dergleichen Haupt-namen begreifen möchte.

Die Poesie der Ebrä er, als die älteste,faßt schon einen Zeitraum vielleicht von mehr als ei-nem Jahrtausende in sich, und gehet der Literaturder Araber, Griechen und Römer grvßtenthcils ganzvorher. Sie ward in einer Sprache geschrieben, diesich zur eigentlich wissenschaftlichen Kultur nie aus-gebildet hat, weil ihr lebendiger Gebrauch als einerNationalsprache zu schnell unterging; man kann alsodiese Poesie nicht anders als ein ftühverblühctesKind, die Tochter der Jugend eines zerstreuetenVolks betrachten, das seitdem nie seine Sprache hatfortbilden können. Ihr Eindruck aufs menschlicheGemüth ist, mit andern verglichen, kindlicheNaive tat, Religiosität, Einfalt *).

Die Poesie der Syrer übergehen wirganz: sic waren Versmachcr, aber keine Dichter **).

*) Ich bin hierüber kurz, theils weil die vorstehendeSammlung nicht aus Ebracrn genommen ist,theils weil ich von der Gnomologie dieses Volksan einem andern Ort zu reden habe.

**) Eichhorns Vorrede zu seiner Ausgabe von 7o-nes. canririenrur. xoosoos Asiat. I-ips. 1777-Jmgleichen die Syrer, ein Fragment in Meu-sels Geschichtsorfcher, B. 5. S. 117 .