i5.s III- Spruch und Bild,
als einem schweigenden Imperativ, durch dieForm ihres Ausdrucks gleichsam Sanktion gaben.Unter den Morgenländer» findet sich eine Mengedieses geprägten Goldes verständiger Beobachtung undErfahrung; woraus dann auch, wie aus so vielemandern, erhellet, wie alt die Kultur unsres Geschlechtsim Orient se» ! Ich denke noch der Zeiten mit An-niuth, in denen ich als Kind den Hiob, den Predi-ger Salomo, oder als Knabe den Aesop, griechischeund lateinische Gnomoloqen, und nachher in oderaus mehrerer» Sprachen scharfsinnige Gedanken,schone Einkleidungen einer anstehenden Wahrheit,kur; Beobachtungen, Sinnsprüche, Lehren in einerfeingewählten Form des Vortrages las. Es schienmir, daß man nicht aus, sondern mit ihnen denkenlernen solle, und ich bemerkte mit Freuden, daß un-ter allen Nationen mehrere der würdigsten Männerdieselbe Liebhaberey gehabt, und Apophthegmen,Sprüche, Marunen theils aus andern gesammlet,oder übersetzt, theils ihre Gedanken selbst in derglei-chen Form zu bringen gesucht haben. Ein Verzeich-niß derselben zu geben, ist dieses Orts nicht; mirgnüget es anjetzt, da ich blos meine vorstehendeSammlung der Sprüche Sad i's, und andrermorgeulandischcn Dichter zu rechtfertigen habe, Eini-ges anzufübrcn, das den Ursprung derselben, ihrenWerth oder Unwerth, sodann auch ihren Ge-brauch naher erläutert.