insonderheit bey den Morgenländern. r53
von Verständigen anerkannt, deren Summe nachherals ein Resultat des Verstandes der Nation, als einSchatz ihrer Sprache geschätzt ward; ihre Sprücheblieben.
Und warum hätten sie nicht also geschätzt wer-den sollen? Besitzt unser Verstand eine edlere Gabe,als diese Foxmenschöpfung? Ist cs nicht einTrug, wenn wir glauben, daß in einer Erfahrungjener allgemeine Satz, diese sittliche oder politischeLehre schon liege? Sie liegen darin, aber nur nachder Materie; die Form muß ihnen der menschlicheGeist erst geben; da man dann eben so sicher sagenkann, daß der menschliche Geist sie in die Begeben-heit hinein-, als daß er sie hcrausdenke. Wie seltensind nun, (nochmals gesagt,) diese eigenthümlichcn,ursprünglichen Denker unter den Menschen! Manfolgt so gern Andrer Rath, sieht, auch wenn manmit eignen Augen zu sehen glaubt, so oft mit frem-den Äugen, und geht im Gängelwagcn der Sprache.Für Viele ist cs also das Höchste, anzuwcnden, wassie gelernt haben; und das höchste Verdienst um siebestehet darin, daß man sie nur das Wahre, dasRichtige lernen lasse, und sie dies wahr und richtig«nwenden lehre.
Immer also sind mir die Erfinder feiner Sprüche,die Fvrmenschöpfer richtiger und feiner Resultate, injeder Art der Beobachtung und Erfahrung als diewahren Gesetzgeber und Autonomen desmenschlichen Geschlechts vorgekommen, die,.indem sie selbst dachten und trefflich sprachen, zugleichfür andre dachten, und ihrem Gesetz also zu denken.