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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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146
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146 II. Das Nosenthal.

Haschest du nach Begierden hienicden; 0 glaube, Ge-liebter ,

Rieden ist nicht der Ort, der die Begierde ver-gnügt.

Wer Gott liebet, der achtet die Welt nicht über

Verdienst hoch;

Denn er weiß eS, sie gibt keinen gesicherten Tritt.

Thue du, was dir gebührt. Vor Allem zähme die

Zunge;

Glaub' cs, auf Erden gibts keinen verderblichem

Feind.

Pflege der Wissenschaft; kein Pfad ist sichrer dem

Menschen

Als den lange der Fuß weiserer Menschen betrat.

Hebe die Hände zum Thron, den Alle betend um-ringen ,

Nichts ist dem reinen Gcmüth süßer, als Beten

zu Gott.

Meide den Schmerz, je Einen der Freunde gckrän-

ket zu haben,

Aber vor allen den Freund, welchem kein Anderer

gleicht.

* > . *

*

Sadi, du hast die Welt mit dem Schwert der Rede

gewonnen,

Danke; du thatst es nur zu des Unendlichen Ruhm.

Deiner Gesänge Ruf hat alle Länder erfüllet,

Schnell wie der Tygris strömt, mächtig und stür-zend wie Er.

Aber nicht Jeder, 0 Freund, erobert im Sturm, was

er wünschte;

Glück und Gedeihen, es wird selten in Kämpfen

erlangt.