Das Roscnthal.
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Das Leven der Menschen.
Süß ist das Leben, doch ach, das Leben wahret nicht
ewig;
Wenige Tage, so ists wie ein Gedanke dahin.
Immer wanket die bittere Fichte des menschlichen
Hieseyns;
Glaub' cs, und immer tragt Blüche der Jugend
sie nicht.
Schön ist die Rose, sie duftet mit zarc-entknospetem
Kelche
Lieblich: jedoch du weißt, daß sie in kurzem ver-blüht.
Also auch du, im zärtlichen Schooße der Mutter Er-
zogner,
Traue der Mutter Natur sanften Verzärtelung
nicht.
Geh nicht sicher dahin, wie das Lamm mit Hangen-dem Haupte
Sorglos weidet; es sind Heere der Wölfe dir nah.
Braucht es, des Weisen Ohr zu betäuben mit lan-ger Erinnrung?
Wer dann kennet sie nicht, Wechsel und Fluchen
der Welt?
Athme der Frühlingswind; wo irgend auf Erden er
wehe,
Treibet der Herbstwind ihn stürmend und schleunig
hinweg.
Hättest du alle Reiche der Welt, mit alle den Reichen
Kauftest nimmer du dir Einen zu lebenden Tag.
Also hefte das Herz, Freund Pilger, nicht an die
Herberg';
Bauet der Reisende sich mitten im Reisen ein Haus?
-Herders W. z. sch. Lit. u. Kunst. IX. K