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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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143
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II. Das Rosenthal.

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Jnnigst liebt' ich einstIn jungen Jahren einen schönen Freund.

Sein Antlitz war mir wie das HciligthumZu dem man im Gebet sich wendet. SüßWar sein Gespräch ; und seine Freundschaft schienMir meines Lebens köstlicher Gewinn.

Unter den Engeln vielleicht, nicht unter den Menschen

ist Einer,

Einer an Treue wie Er, Einer an Sitten wie

Er I

Er starb. Da lag ich Tag' und Nachte langAuf seinem Grabe, seufzete und sprach:

An dem Tage, da dir des Schicksals Dorn in die

Ferse

Stach, o Ware mir auch niedergeschmettert mein

Haupt!

Daß mein Auge die Welt', die meinen Geliebten

entbehret,

Nicht mehr sähe, daß ich unter der Erde mit dir

Läge, wie jetzo weinend auf deinem Grabe mein

Haupt liegt.

O des unglücklichen Manns! denk' ich der seligen

Zeit,

Da, auf Rosen gebettet, mir kam der Schlummer:

die Rosen

Sind verblühet; sein Grab ist mir mit Dornen

bedeckt."

' Nun schloß ich zu mein Herz, und hielt es

Untreu,

Nach Ihm mir einen Freund zu wählen: dennWer unter allen Menschen wär' ihm gleich?