II. Das Rosenthal.
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Jnnigst liebt' ich einstIn jungen Jahren einen schönen Freund.
Sein Antlitz war mir wie das HciligthumZu dem man im Gebet sich wendet. SüßWar sein Gespräch ; und seine Freundschaft schienMir meines Lebens köstlicher Gewinn.
Unter den Engeln vielleicht, nicht unter den Menschen
ist Einer,
Einer an Treue wie Er, Einer an Sitten wie
Er I
Er starb. Da lag ich Tag' und Nachte langAuf seinem Grabe, seufzete und sprach:
„An dem Tage, da dir des Schicksals Dorn in die
Ferse
Stach, o Ware mir auch niedergeschmettert mein
Haupt!
Daß mein Auge die Welt', die meinen Geliebten
entbehret,
Nicht mehr sähe, daß ich unter der Erde mit dir
Läge, wie jetzo weinend auf deinem Grabe mein
Haupt liegt.
O des unglücklichen Manns! denk' ich der seligen
Zeit,
Da, auf Rosen gebettet, mir kam der Schlummer:
die Rosen
Sind verblühet; sein Grab ist mir mit Dornen
bedeckt."
' Nun schloß ich zu mein Herz, und hielt es
Untreu,
Nach Ihm mir einen Freund zu wählen: dennWer unter allen Menschen wär' ihm gleich?