II. Das Rysenthal. 141
O Narcisse, was bist du zu ihrem trunkenen Auge?
Du verschmachtest, und sie blicket den Himmelumher.
O Eyprcfse, was bist du zu ihrem gefchlankigen
Wüchse?
Strebet in Edens Hain zarter ein Bäumchenempor?
O Verstand und 0 Liebe, was wähltet ihr, könntet
ihr wählen?
Einzig wähltet ihr sie, einzig und ewig nur sie.
Die Perle.
Hin ist unser Nosami, die edle Perle. Der Him-mel
Schuf sie aus reinstem Thau, schuf sie z»Perle der Welt.
Stille glänzete sie, doch unerkannt von den Men-schen;
Darum leget sie Gott sanft in die Muschelzurück.
Die Labende.
Als ich in meiner Jugend einmal, (noch wohnet das
Bild mir
In der Seele,) von Durst und von der Hitzegedrückt,
Lechzend im Schatten saß, und meine Leiden crwägte;Da ging eine Gestalt, gegen mir über, hervor,