II. Das Rosenthal.
Die laute Klage.
Tutteltaube, du klagest so laut und raubest dem
Armen
Seinen einzigen Trost, süßen vergessenden Schlaf.
Turteltaub', ich jammre wie du, und berge den
Jammer
Ins verwundete Herz, in die verschlossene Brust.
Ach die hartvkrtheilende Liebe! Sie gab dir die
laute
Jammerklage zum Trost, mir den verstummen-den Gram.
Die Blume des Paradieses.
Bringst du den lieblichen Hauch von meiner Gelieb-ten , o Zephyr?
Mir ein süßes Geschenk; sage, wer gab es dir?
' Sprich!
Hüte dich, Räuber, cntwend' ihr nichts. Was hast
du mit ihrem
Aufgcloscten Haar, was mit der Locke deinSpiel?
Schöne Rose, was bist du zu ihr? Du blühest in
Dornen,
Sie ist der Freuden Kelch, ferne von Dornenund Weh.
Duftende Knospe, was bist du zu ihrer Lippe? Du
welkest
Morgen; cs blüht ihr Kuß ewig in rosigemThau.