II. Das Rofenthal- 1Z9
Harter als Dorn und Fels, und wilder als wilde
Kameele,
Ware des Menschen Gcmülh, das der Gesangnicht rührt.
Die Liebe.
Sey gegrüßet, 0 Liebe, die uns so lieblich entzündet.
Alle Verlangen uns stillt, alle Gebrechen unsheilt,
Unser Plato und unser Galen. Der Sterblichen Zu-flucht
Und Erquickung, ihr Arzt, selber auch ihnen
Arzney.
Himmel erblicket um sich das Auge, das Liebe be-lebet,
Hüpfen sieht es umher Hügel und Berge für
Lust.
Könnt' ich berühren anjetzt die Lippe meiner Gelieb-ten ,
Kläng'ich, ein Saitenspiel, Hellen und fröh-lichen Klang.
Aber entfernt von ihr, und hatt' ich tausend der
Stimmen,
Jede schweiget in mir; Zung' und Gedanke
verstummt.
Ist di« Rose verblüht, ist ihre Schöne vorüber,
Hörst du der Nachtigall lockende Stimme nicht
mehr.
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