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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
Entstehung
Seite
138
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II. Das Rosenthal.

,Z8

Anmuth des Gesanges.

Süßer Gesang, er halt die rollenden Wellen im Lauf

auf:

Fesselt der Vögel Flug, zähmet der Thiere Ge-walt.

Süßer Gesang, er fängt das Gemüth der Menschen.

Sie haben

Gerne den Mann um sich, der ihre Sinnenerquickt.

Verloren lauscht das Ohr dem süßen Ton:Wer ist es, der zwo Saiten ihm entlockt?"Er labet, wie der Wein beym A'bendrolh,Und Ohr und Seele schlürfen sanft ihn ein.

Mehr als die Schönheit selbst bezaubert die liebliche

Stimme;

Jene zieret den Leib; sie ist der Seele Ge-walt.

Macht des Gesanges.

Felsen Hallen zurück den Gesang der Flöte des Hir-ten ,

Horchend des Führers Ton hüpfet das wildeKameel.

Tulpen entschließen sich, es entknospt die Rose dem

Dornbusch,

Wenn sie der Nachtigall zärtliche Stimme ver-nimmt.