II. Das Rosenthal.
,Z8
Anmuth des Gesanges.
Süßer Gesang, er halt die rollenden Wellen im Lauf
auf:
Fesselt der Vögel Flug, zähmet der Thiere Ge-walt.
Süßer Gesang, er fängt das Gemüth der Menschen.
Sie haben
Gerne den Mann um sich, der ihre Sinnenerquickt.
Verloren lauscht das Ohr dem süßen Ton:„Wer ist es, der zwo Saiten ihm entlockt?"Er labet, wie der Wein beym A'bendrolh,Und Ohr und Seele schlürfen sanft ihn ein.
Mehr als die Schönheit selbst bezaubert die liebliche
Stimme;
Jene zieret den Leib; sie ist der Seele Ge-walt.
Macht des Gesanges.
Felsen Hallen zurück den Gesang der Flöte des Hir-ten ,
Horchend des Führers Ton hüpfet das wildeKameel.
Tulpen entschließen sich, es entknospt die Rose dem
Dornbusch,
Wenn sie der Nachtigall zärtliche Stimme ver-nimmt.