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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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137
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II. Das Rosenthal. 187

Denke der traurigen Zeit, da alle Blumen erkrank-ten ,

Da der Rose das welkende Haupt zum Busen hinab-sank ;

Jetzo beblümt sich der Fels; cs grünen Hügel und

Berge.

Jetzt sey fröhlich und froh; er entflicht, der blühende

Frühling.

Nieder vom Himmel thauen am Morgen glänzende

Perlen;

Balsam athmet die Luft; der niedersinkcnde Thau

wird,

Eh er die Rose berührt, zum duftigen Wasser der

Rose.

Jetzt sey fröhlich und froh; er entflieht, derblühende

Frühling.

Herbstwind war, ein Tyrann, in den Garten der

Freude gekommen;

Aber der König der Welt ist wieder erschienen, und

herrschet,

Und sein Mundschenk beut den erquickenden Becher

der Lust uns.

Jetzt sey fröhlich und froh; er entflieht, der blühende

Frühling.

Hier im reizenden Thal, hier unter blühenden Schonen

Sang, eine Nachtigall, ich der Rose. Rose der

Freude,

Bist du verblühet einst, so verstummt die Stimme

des Dichters.

Drum sey fröhlich und froh; er entflieht, der blü-hende Frühling.