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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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II. Das Roscnthal.

Garten und Auen schmücken sich neu zum Feste dek

Freude;

Blumige Lauben wölben sich hold zur Hütte der

Freundschaft.

Wer weiß, ob er noch lebt, so lange die Laube nur

blühet?

Jetzt sey fröhlich und froh; er entflieht, derblühende

Frühling,

Glanzend im Schimmer Aurorens erscheint die bräut-liche Rose;

Tulpen blühen um sie, wie Dienerinnen der Für-stin :

Auf der Lilie Haupt wird Thau zum himmlischen

Glanze;

Jetzt sey fröhlich und froh; er entflicht, derblühende

Frühling.

Wie die Wangen der Schönen, so blühen Liljen und

Rosen;

Farbige Tropfen hangen daran wie Edclqcsteine.

Tausche dich nicht; auch hoffe von keiner ewige

Reize.

Jetzt sey fröhlich und froh; er entflieht, der blühende

Frühling.

Tulpen und Rosen und Anemonen, es hat sie der

Sonne

Strahl mit Liebe geritzt, blutroth mit Liebe gcfar-

bet;

Du, wie ein weiser Mann, genieße mit Freunden

den Tag heut,

Und sey fröhlich und fryh; er entflieht, der blühende

Frühling.