Dichtungen aus der Morgenland. Sage. 67
verschwand, so daß er noch unruhiger war, als ervorher gewesen.
Er wünschte die anschauenden Engel zu sehen,und der prophetische Schlaf umfing ihn zum drit-tcnmale. Die Seraphim standen da, zunächst demflammenden Throne; aber ihre Angesichte warm ver-deckt, verdeckt ihre Füsse und ihr Gesang war ihmunvernchmlich; bis Einer derselben zu ihm trat undihn mitleidig anredete: „Und du Sterblicher wagestes, anschauen zu wollen, was wir nicht anzuschaucnvermögen? Genüge dich an dem Gesicht, das dirdie Träger des Thrones gaben: denn auch du bistmitten unter ihnen." Er sprachs und der Träumendeerwachte.
Eben flog eine Mücke vor seiner Lampe daher;sie wagte sich in die Flamme und sank mit versenk-ten Gliedern nieder. „War ich nicht thöricht, spracher zu sich selbst, daß mich ein Engel belehren muß-te, wovon mich diese verbrannte Mücke belehret?"— Er entsagte fortan den Betrachtungen der Sera-phim , und ward das, wozu der Mensch hieniedenerschaffen ist, ein arbeitendes Lebendiges unter demThrone.