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I. Blätter der Vorzeit.
Tochter Gottes, heilige Morgenröthe, du blickesttäglich nieder und weihst den Himmel und die Welt— weih täglich auch mein Herz zu deiner stillenWohnung.
Der Psalmensänger.
Der königliche Psalmensänger hatte seinem Er-retter eben eins der schönsten Lieder gesungen, undnoch rauschte das heilige Lüftchen, das beym Auf-gang der Sonne durch seiner Harfe Klang ihn täg-lich weckte, in dieser Harfe Saiten; als Satan ge-gen ihn stund, und das Herz des Königes zum Stolzüber seine Gesänge neigte. „Hast du, sprach er,Allmächtiger, unter deinen Geschöpfen Eins, dassüßer als ich dich lobe?"
Da flog im offnen Fenster, vor dem er seineHände ausbreitete, eine Heuschrecke auf den Saumseines Kleides und sing ihren Hellen Morgengesangan. Eine Menge Heuschrecken versammlcten sichum sie: die Nachtigall flog heran und in kurzemwetteiferten alle Nachtigallen mit einander zum Preisedes Schöpfers.
Das Ohr des Königes ward aufgethan, und ervernahm den Gesang der Vögel, die Stimme derHeuschrecke und aller Lebendigen, das Murmeln derBäche, das Rauschen der Haine, den Klang des Mor-gensterns , dm entzückenden Klang der ausgehendenSonne.