Dichtungen aus der Morgenland. Sage. 67
Vcrlohren im hohen Einklänge der Stimmen,die unaufhörlich und unermüdct den Schöpfer loben,verstummete er und fand sich in seinen Gesängenselbst hinter der Heuschrecke, die noch auf dem Saumseines Kleides girrte. Demüthig ergriff er die Harfeund sang: lobet den Herrn, ihr alle seineGeschöpfe; lobe den Herrn, auch du,mein Innerstes, du meine verstummen-de Seele.
David und Jonathan.
Als von Sorgen seines Reichs und vom Kum-mer über seine Kinder verzehret, der Sohn Jsaiauf seinem Sterbelager entschlief; siehe, da kam imdunkeln Thale des Todes der Freund seiner Zugend,Jonathan, ihm zuerst entgegen. „Unser Bund istewig, sprach er zur Gestalt des alten Königes; aberich kann dir meine Rechte nicht reichen: denn dubist mit Blut befleckt, mit dem Blut auch meinesväterlichen Hauses und selbst mit Seufzern meinesSohnes beladen. Folge mir nach."
Und David folgete dem himmlischen Jünglinge.
„Ach, sprach er Key sich selbst, ein harterStand ist das Leben der Menschen, und ein härte-rer noch das Leben der Könige. Wäre ich wie dugefallen, 0 Jonathan, mit unschuldigem Herzen, imLenz meiner Jahre; oder wäre ich ein singender Hirtauf Bethlehem Flur geblieben! Ein schönes Leben