Dichtungen au« der Morgenland. Sage. Lg
Das Grab der Nahet.
Als Jakob ron der heiligen Statte wicderkcbrte,auf welcher Gott sich ihm einst geoffenbaret hatte,da er in seiner Jugend den offenen Himmel sah;da war sein Herz voll Freude: denn Jchovah halteihm jetzt seinen Freundesbund aufs neue bestätiget.
Bald aber traf ihn ein bittrer Schmerz. DieLiebe seiner Jugend, Rahel, starb bey ihrem zwei-ten Sohne, und da die Seele ihr entging, und sienun sähe, daß sie sterben mußte, nahm sie den letz-ten Athem noch zusammen, küssete das Kind, nann-te seinen Namen: „Benoni, den Sohn der Schmer-zen" und starb.
Und als sie vor dem Ewigen erschien, weinetesie und sprach: „Erfülle mir, o Vater, die ersteWitte hier an dcinem Thron. Laß mich zuwei-len noch die Meinigen sehen , von denen dumich trenntest, daß ich in ihrem Leiden ihnen bcy-stehe und ihre Thrancn lindre. "
„Dreymal soll dir dein Wunsch gewähret scyn,sprach Gott, daß du auf Erden deine Kinder sehest,doch lindern kannst du ihre Thranen nicht. "
Sie ging zum ersten hinab und fand den altenJakob um ihre beyden Söhne ängstlich trauren. DesJosephs blutiges Kleid lag neben ihm : „mein grauegHaar, rief er, wird in die Grube fahren: mit Leite