Dichtungen aus der morgenländ. Sagf. 35
Auf ging die Sonne; er siel nieder aufs Ange-sicht. „Das, sprach er, ist der Schöpfet: denn sei-ne Gestalt ist schön! " —
Die Sonne stieg hinauf und stieg hinab undging am Abend unter. Da ging der Mond hinaufund Abraham sprach zu sich: „das untergegangeneLicht war nicht der Gott des Himmels: vielleichtists jenes kleinere Licht, dem dieses große Heer derSterne dient. "
Aber auch Mond und Sterne gingen unter undAbraham stand allein.
Er ging zu seinem Vater und fragte ihn: „werist der Gott des Himmels und der Erde?" undTharah zeigete ihm seine Götzenbilder. „ Ich willsie prüfen," sprach er Key sich selbst, und als erallein war, legte er ihnen die schönste Speise vor.„Wenn ihr lebendige Götter seyd: so nehmet euerOpfer." Aber die Götzen standen da und regeten sichnicht.
„Und diese, sprach der Knabe, kann mein Va-ter für Götter halten? Wohl! Vielleicht belehre ichihn." Er nahm den Stab, zerschlug die Götzenalle bis auf Einen, und legte seinen Stab in diesesGötzen Hand und lief zum Vater: „Vater, spracher, dein erster Gott hat alle seine Brüder getöd,tct."
Zornig sah ihn Tharah an und sprach: „Duspottest meiner, Knabe, wie kann er es, da meineHände ihn gebildet haben?" „O zürne nicht, meinVater, sprach Abraham, und laß dein Ohr verneh-men , was dein Mund sagte. Trauest du deinemGott nicht zu, daß Er vermöge, was ich mit mei-ner Knabenhand zu thun vermochte, wie wäre Er
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