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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
Entstehung
Seite
36
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Z6 I. Blätter dcr Vorzeit.

der Gott, der mich und dich und Himmel und Erdeschuf?" —' Tharah verstummte auf des KnabenWort.

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Bald- aber kam die That vor den TyrannenNimrod; der forderte ilm vor sich und sprach: „Mei-nen Gott sollt du anbeten, Knabe; oder der bren-nende Ofen sei) dein Lohn." Denn alle Weisen hat-ten bey Abrahams Geburt dem Könige geweifsaget,daß Er die Götzen stürzen und des Königs Dienstvernichten würde m Königreiche. Darum Verfolgersdcr König ihn.

„Wer ist dein Gott, o König?" sprach dcrunerschrockne Knabe.

„Das Feuer ist mein Gott, antwortete ec, daSMächtigste dcr Wesen."

„Das Feuer, sprach der Knabe, wird vomWasser ausgelöscht: das Wasser wird von der Wolkeleicht getragen: der Wind verjagt die Wolke unddem Winde besteht der Mensch. So ist der Menschdas Mächtigste der Wesen. " —

„Und ich der Mächtigste dcr Menschen, sprachdcr König. Bete mich an; oder der glühende Ofenist dein Lohn."

Da schlug dcr Knabe sein bescheidnes Auge aufund sprach: „ich sah die Sonne gestern am Morgenauf- und am Abend' untergehn; befiehl, o König,daß sie heul am Abend' auf- und am Morgen umtergehe: so will ich dich anbeten.