Dichtungen aus der morgenländ. Sage. 21
Gestalt geworfen, die nicht für dich erschaffen ist;indessen, deinem Jrrthum zur Belehrung, sey dirdein Verlangen gewahret." Er sprach das Wort derVerwandlung, und Lilis stand da in menschlichenGliedern.
Freudig waltete Adam ihr entgegen ; schnell abersah er seinen Jrrthum ein, denn die schöne Lilis warstolz und entzog sich seiner Umarmung. „Bin ich,sprach sie, deines Ursprunges? Aus Luft des Him-mels ward ich gebildet und nicht aus niedriger Erde.Jahrtausende sind mein Leben: Stärke der Geisterist meine Kraft, und Wohlgcruch meine himmlischeSpeise. Ich mag dein- niedriges Geschlecht derStaubgebornen mit dir nicht vermehren." Sie ent-flog und wollte nicht wieder zu ihrem Manne kehren.
Gotk sprach: „es ist nicht gut, daß der Menschallein sey; ich will ihm eine Gattin geben, die sichzu ihm füge." Da siel ein tiefer Schlaf auf Adamund ein weissagender Traum wies ihm das neue Ge-bilde. Aus seiner Seite stiegs empor, mit ihm voneincrley Wesen. Freudig erwachte er und sah seinzweytes Selbst; und als Gott die Liebliche zu ihmführte, siehe da bewegte sich die Stätte feines Her-zens, denn sie war seinem Herzen nahe gewesen.„Mein bist du, rief er aus, du sollt Männin heis-rsen: denn du bist vom Manne genommen."
Darum wenn Gott einen Jüngling liebet e sogibt er ihm die Halste, die sein ist, das Gebildeseines Herzens, zum Weibe. Empfindend, daß sie