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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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Dichtungen aus der Morgenland. Sage.

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Der Wein stock.

Am Tage der Schöpfung rühmten die Baumegegen einander, frohlockend ein- jeglicher über sichselbst.Mich hat der Herr gepflanzt, so sprach dieerhabene Ceder; Festigkeit und Mohlgeruch, Dauerund Starke hat er in mir vereint."Jehovahs Huldhat mich zum Segen gesetzt, so sprach der umschat-tende Palmbaum; Nutzen und Schönheit hat er inmir vermahlet." Der Apfelbaum sprach:wie einBräutigam unter den Jünglingen, prange ich unterden Bäumen des Paradieses." Und die Myrthesprach:wie unter den Dornen die Rose, stehe ichunter meinen Geschwistern, dem niedrigen Gesträuch."So rühmten alle, der Oel- und Feigenbaum, selbstdie Fichte und Tanne rühmten sich.

Der einzige Weinstock schwieg und sank zu Bo-den.Mir, sprach er zu sich selbst, scheint Allesversagt zu seyn, Stamm und Aeste, Blüthcn undFrucht; aber so, wie ich bin, will ich noch hoffenund warten." Er sank danieder, und seine Zweigeweinten.

Nicht lange wartete und weinte er; siehe, datrat die Gottheit der Erde, der freundliche Mensch,zu ihm. Er sah ein schwaches Gewächs, ein Spielder Lüfte, das unter sich sank und Hülfe begchrete.Mitleidig richtete ers auf und schlang den zartenBaum an seine Laube. Froher spielten anjctzt dieHerders W. z> sch. Lit. u» Kunst. IX. B L/umenie§e.