II. Antiquarische Aufsätze. 3ör
nm hat, und fast immer mit dem Wenigsten dasBeste und Trefflichste ausrichtet. Wer hiebei zutVerbreitung des besseren Geschmacks und einer schö-nen Sparsamkeit Mitwirken kann, thue es; undentreiße dem Französischen Klingklang sowohl, alsder reichen Brittischen Plumpheit ihr Sccpter.Verderbliche Modejournale, die durch stets-verändcrtcn Aufwand den häuslichen Wohlstand un-tergraben, und wie sic das Gemüth eitel machen, soder Gesundheit, Moralität und aller bessern Zweck-haftlgkcit schaden; sie zertrümmere der ächte griechi-sche Geschmack: denn et ist nur Einer, unveränder-lich und in seiner Schönheit dauernd. Das WortMode kennet er nicht eher, als bis sich die Weltverändert, da dann freilich ein andrer Modus zuseyn und zu leben eintritt.
Wie beschämen uns im Punkt der Häuslichkeitdie altgriechischcn Wohnungen und Gebäude! DemOeffentlichcn gehörte Pracht, Größe, Geräumigkeit,Würde; in Häusern wohnten die Menschen enge miteinander; sie suchten den Hof, die freie Luft, Vor-plätze und Straßen; in ihren Kammern wohnten sieunbegafft und ungaffcnd. Kein kleinliches, unnütz-theures Angehänge befchmitzke ihre Wände; leichtund anmuthig gingen ihre Verzierungen und Ge-mählde, wie aus der Mauer selbst hervor, mit demoffenbaren Zweck, der einkerkcrnden Wand ihr Drü-ckendes zu benehmen, nicht aber cs zu häufen, da-mit es in seinen Bchängniffen unerträglich werde.Vom Re lief ging die Mahlerei der Alten aus,und hielt sich an dies einfache Nebeneinan-der in jeder Verzierung. Von unendlichen Prospec«ten, von Verkürzungen zu Ppramidalgruppen u. f.