II. Antiquarische Aufsätze.
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grieäiischcn Lebensweise, wo sie bei uns statt findenkönnte, noch angenehmer, Noch erwünschter. Werzwänge uns zu plumpen, barbarischen Formen desHausgeraths, da wir in Allem, Allem, in Stüh-len und Tischen, Leuchtern und Lampen, bis zumkleinsten Gefäß, so reinere, schönere Formen voruns sehen, und sie nur nachmachcn dürfen? Offen-bar war der Geist griechischer Kunst selbst dem Hand-werker, dem Tischler, Gießer, Aimmermann, demTöpfer sogar nicht ganz fremde, wie wir denn auchln manchen Kunststädten Deutschlands zur Zeit ih-rer Blüthe ein Achnliches bemerken. Sollte cs nunnicht angenehmer, selbst unvermerkt - bildender fin-den Geschmack und Umgebung, für tägliche Lebens-art und Sittlichkeit sehn, bequeme, reine, schöneFormen um sich zu haben, statt der holprichteN, derungeschickten? Langst hat man es bemerkt, daß einMensch, nach dem er gekleidet ist, sich betrage, daß,wie er wohne, er auch denke, daß aber insonderheit beiZünften und Gewerben sich ihre Sitten, ihr Lebens-geist nach täglichem Werk und Arbeit richten. Derfeinere Arbeiter wird ein Künstler, der feinere Künst-ler ein Weiser; wohlanständiges, schönes Gcrathzwingt zur -Reinlichkeit und zum Wohlanstande.Sehr zu wünschen wäre es also, daß die schönenFormen, die reinen Verzierungen von Portici undPompeji durch gemeinnützige Anstalten in Zeichnun-gen und Mustern das Vorbild unsrer Künstler undHandwerker, Verzierer und Dekorateurs würden;um so mehr, da der barbarische Geschmack auch derunverständigste, prunkhafteste, mithin auch der theu-erste zu scyn pfleget, da edle Einfalt hingegenVernunft und Gefälligkeit zu Begleiterin-