A44 H- Antiquarische Aufsätze.
da schnarrt schon das Pfeifchen, denn eigentlich ge-rcdt, ists Widerspruch: Bildsäulen wählerisch
gruppiren. Jede Bi dsaule ist Eins und ein Gan-zes: Jede steht für sich allein da. Mas der Ge-dachte also an den Alten tadelt, war ihnen ausge-suchte Weisheit, nahmlich nicht zu gruppiren,und wo Gruppe seyn mußte, sie selbst, so viel mög-lich zu zerstören.
Daher mußten Laokoons Kinder so klein seyn,ob sie wohl Männer waren: nicht, wie Hogarthmeynt, seiner Schönhcitslinie wegen, daß, wennüber alle drei ein Transportkaste geschlagen würde,er in Form der Pyramide oder Lichtflamme da stün-de; an solche Zimmerarbeit hat wahrlich der Künst-ler nicht gedacht. Woran er dachte und denkenmußte, war, daß die Jungen dem Alten, zu seinerGröße erhoben, auch bei dunkler Nacht im Lichtstünden, daß das Ganze sofort Drei und nicht Eins,mithin der Geist des erhabnen Vater- und Todes-leidens weg - und scheußlich zerthcilt wäre, wennalle drei da standen und schrien und vergeblichmit den Schlangen rangen. Da er die zwei alsonicht wegschaffen konnte, um sein herrliches Bildallein zu geben: so verklcinte er sie wenigstens
und erniedrigte sie zu halben Ncbenwcrken, rißdeni einen Jungen das Maul auf .(wie jeder st ineKenner der Griechischen Kunst es mit Schrecken se-hen kann) verflocht sie in das Gebiet der Schlangenund der Quaal, damit der erhabene Vater in ihrerMitte allein stehe und als Held und Ringer seinLeiden dem Himmel klage.
Die Gruppe Niobe, wo stand'sie? und wie
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