3g 2 II. Antiquarische Aufsätze.
ler Andächtigen, die Andacht, ewig und un-überschwungen zu tönen; er blieb also in der seligenMittelmäßigkeit, und so saget er gar nichts. Istdie I'iotag höchstens nur etwa eine xia, die Mari-tas etwa eine cara, beide unbestimmt und ohneJndividualformen; Schade, lieber Künstler, umMarmor, und Meißel und Zeit und Mühe. Hät-test du lieber eine bestimmte xia und cara ge-nommen, so stünde die doch lebhaft da, und deinheiliger Vater wäre mindstens von einigen gutenWeibern in Stein beweint und betrauert worden,statt deren setzt nur ein geschaffenes Nichts, Allegori-sche Tugenden, um ihn trauren I
Bei Grab- und Dcnkmahlcn indeß lasseich die Allegorie noch gelten: denn oft vertreten jenedoch nur die Stelle der Bas-reüefs auf dem Mo-numente, und etwa der Gemmen und Münzen,sie sind kein freies KunftbiId. Auch die Grie-chen konnten wohl auf ein Grabmahl Psyche undAmor, halb als Allegorie (sie waren aber mehr alssolche, sie waren Geschichte) stellen und lie-ßen das schöne Paar, jetzt in neuer Bekannt-schaft, sich schwesterlich küssen und umarmen.Ist irgend ein Ort, da man einen hcrabgc-sunkenen Engel ''erwartet , so ists am Grabe,über der lieben Asche unsrer Tobten, wo Allesso still ist, wo kein Laut aus jener Welt hinübertö-net und wo wir doch so gern mehr als Asche fan-den. Hier ist also auch wohl eine weinende oder trö-stende Tugend zu ertragen, wenn sie, ihres Na-mens werth , nur als ein we ibli c he r Eng e ldasteht. Kann der Verstorbne oder die Verstorbne