II. Anliguarische Aufsätz?.
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Künstler schwebt, ihm im feinsten Schwünge derForm allein Auskunft geben. Es ist gebildeteAllegorie eines geistigen Sinnes, der sichhier in den Stein senkte.
So kann man von der bildenden Allegorie spre-chen ; allein ich begreife sehr wohl, daß das nuruneigcvtlich gesprochen heißt, weil wir, die so wenigim Gefüb! der Plastik leben, dem Worte Al lego-r i e gerade die . Bedeutung gegeben haben, die nichtin ihr, >ondcrn in andern, leichtern Künsten undWissenschaften vorkommt. Und in deren Sinne kannjene freilich nicht al legorisiren. Bloßen Witz,eine feine Beziehung zwilchen zweien Begriffen, oderdas Abstraktum eines fliegenden Dusts und einesverfliegenden Schmetterlings in den Stein zu senkenund denselben daraus wiederum zu ertasten; dazuist der Stein zu schwer und die Hand zu grob, unddie Arbeit lohnt nicht die Mühe. Mögen andreKünste dies bemerken und insonderheit der Hauchdie Rede, den flüchtigen Schmetterling von Witzund Abstraktion Haschen; die Statue ist dazu zuWahr, zu Ganz, zu sehr Eins, zu Heilig.
Die bildende Natur hasset Abstrakta: sie gabnie Einem Alles und jedem das Seinige auf diefei n e ste Weife. Die bildende Kunst, die ihr nach-cifert, muß cs auch thun, oder sie ist ihres Namensnicht wertk. Sie bildet nicht Abstrakta, sondernPersonen; jcizt die Person, in dem Charakter,und den Charakter in jedem Gliede und in Ortund Stellung als ob sic nur der Zauberstab be-rührt und lebend in Stein gesenkt hatte. Es ist
Herders Werke Lit. u, Kunst. XI. P