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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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II. Antiquarische Aufsätze.

Hand tastet, als was das Auge schnell, wieder Blitz, auf einmal und nach täglicher Weise sie-bet. Die Hand tastet nie ganz, kann keine Formauf einmal fassen, als die Fcrm der Ruhe undzusammcngesenktec Vollkommenheit, die Kugel. Aufder ruhet auch sie und die Kugel in ihr; sonst aber,bei artikulirten Formen und am meisten im Gefühleines menschlichen Körpers, selbst wenn er das klein-ste Ermisst wäre, ist sie nie ganz, nie zu Ende,sie tastet gewissermaße immer unendlich. DasKolossalische ist also ihrem Gefühl so nah und na-türlich, als es dem Farbenbret aus Einem Licht-punkt fremd ist. Dies muß, und gewissermaße aufEinmal, übersehen werden können, oder es steht über-wältigend vor uns, eine Gigantische, abschculichge-zerrte, uns erdrückende Larvenmauer. Rechnenwir nun noch hinzu, daß unsrer tastenden Hand dasLeblose großer dünkt, als das Belebte, wojede Durchregung des Hauches der Seele uns Gliederund Unterschiede darstellt: (denn eine abgehauenkalteHand dünkt unserm Gefühl und selbst unserm Augegroßer, als da sie Glied am Körper war und Lebensie durchwalltc). Und nehmen wir hiezu noch Dun-kelheit und Nacht, in der der Sinn tastet, dielangsam erfühlte Einheit und Unbezeich-nung, die ein solches Bild verleihet, den Begriffvon Macht und Fülle, langsamen und starkenWillen, der in dem Gcbau wohnet: so kannnicht blos, so muß gleichsam jeder hohe und starkeGott, jede Göttin der Erhabenheit und Ehrfurcht,unsrer Einbildung Kolossalisch und wenigstens über-men scb li ch werden über unsre Zwergengroße. Diebildende Kunst tritt hier in die Mitte zwischen Dichter