A28 II Antiquarische Aufsatze.
die eifrigen und beweisenden Stellen der -Prophetengegen die Abgötterei) mit Verwunderung und fastmit Befremden; die Geschichte des Volks aber undaller Völker bcweiscks, wie nöthig sie waren. Nichtshalt die Sinnlichkeit starker an sich, als ein Abgott,er scy lebendig oder todt, qnug, daß er da ist undman zu ihm gehen kann und von ihm Glück undUnglück erwarten. „Er hört ja unsre Gebete, er„nahm ja unsre Opfer an: warum follts nicht sein„gewesen sepn, was uns auf unser Gebet ward.„Es ward uns ja auf dasselbe, und unqezweifclt„hat Er, Baal, es uns gegeben." Daher auchdie Übeln Bewegungen der Heiden gegen die Bild-säulen ihrer Götter, die uns jetzt nicht minder be-fremden. Kinder, Menschen in Wuth und Leiden-schaft machens noch jetzt also, und die Sinnlichkeitmachts nie anders. Sie schlagen die Puppe und be-bandeln sie als lebendig-unglücklich Liebende, zumalWeiber, zerschlagen das Geschenk des Untreuen oderrachen sich an Papier, Boten, Stelle und Denkmal.Wenn Nordländer die Bildsäulen Italiens zerschlugen,so schimpfen wir sie Barbaren: als solche aber konn-ten sie auch nicht anders. Ihre Augen sahen denDämon in ihnen, und also mußten sie sie anderenoder zerschmettern. Hatten sie Jahrhunderte bei ih-nen gewohnt, würde, wie es die Geschichte Italienszeigt, ihr überspanntes hohes Gefühl sich Zeit genugin Kunst, Kunst in Geschmack, Geschmack in Eckelund Vernachlaßigung aufgclößt haben.
Dies ist auch die Geschichte der Kunstbei allein Völkern. Vom Himmel entsprang sie:Ehrfurcht, Liebe, ein Funke der Götter brachte sie