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II. Antiquarische Aufsätze.
schlingend umwindet: so wird beim menschlichen Ge-schöpf nur durch Bewegung Reiz, und in Linien,Formen und Tbatcn ist Reiz nichts als Schonein Bewegung. Sie entfernt sich von der Linieder Nothd ntst, die ihr doch Basis bleiben muß,und wallet zur Vollkommenheit hin, ohne sichin sie Zu versenken. Zwischen diesen beiden Aeußer-sten schwebt das Menschengeschlecht und seine beidenGeschlechts: dct Mann auch in seinem Stande
der Linie der festen Richtigkeit naher, dasWeib mit schwebender Schönheit, die Reizist, bekleidet.
Ist also kein Reiz ohne Bewegung; so zeigtdiese, die MorgeNröthe zur Handlung aber-mals und selbst dem dunkeltastenden SinNe: wohernur die an brechende oder gemäßigte Leiden-schaft und Handlung Reiz verleihe? Zn diesemSchweben nahmlich allein ist sie zwischen den beidenAeUßcrsten, Nacht und SoNNe, zwischen Steife undübergieffeNder Fülle. Man berühre sedes Glied inseinem höchsten ToNe, wie kurz ists zu ertragen!Die cMporgezogne StirN und das grinsende Lübla-cheln, das die Augen schließt und den Mund verzer-ret, ein sich zum Kropf senkendes Kinn und die sichzur Tonne brüstende Brust, und der überstreckte spitzeArm und der zu scharf angestrengte oder verworfeneFuß — man taste alle diese Glieder, und Man wirdMecbairisch, wie geistig, das Ab Weichenvon aller schönen Form und Handlungfühlen. Ein schreiender Mund ist der fühlendenHand eine Höble: das Lachender Wange eine Run-zel. Die ewigen Gesetze der Menschlichen Schönheit