298 II. Antiquarische Aufsätze.
der Sinnlichkeit im Menschen, ob sie festoder lose, rund oder schwammig sey ? und mit welchenFußen er gleichsam im Erdreich stehe ? Da das Kinndie ganze Ellipse des Angesichts rundet, so ists,wannes, wie bei den Griechen, nicht spitz, nicht gehöhlt,sondern ununterbrochen, ganz und leicht herabfließt,der achte Schlußstein des Gebäudes, und die Mis-bildung an ihm ist fürchterlich anzuschauen. Wennshier vorgebogcn steht, als ob die Natur den Kopfan dieser Handhabe gebildet und nachher zornig weg-geworfen habe: wenn es hier nichts ist und sich ver-kriecht — doch gnug, und schon zu viel über dieseLcheile gesprochen, dicj da sie tiefe Sinnlichkeitreden, auch so wenig deutlicher Sprache falüg sind.Die Natur umhüllete sic beim Manne, und auchunsre Beschrssbung soll sie weiter umhüllet lassen.
Wir sollten statt dessen beim Manne vom Bartreden, von dem wir jetzt aber nichts mehr redenkönnen, als etwa wie oft und sehr er das Messerstumpf macht? Die Juden, m ihrem alten BucheSohar, haben viel Geheimnisse von ihm, von sei-nen Straßen, Wegen und Winkeln, hinter denen,wo es nicht misdeuteter Buchstabe der Schrift ist,manches Physische stecken mag, das wir jetzt nichtverstehen. Mode und Lebensart wollcns, daß wir,wie die Weiber, am Kinn ewig Jünglinge und Kin-der, nur mit einem Stoppelfelde männlicher Jahreund auf dem Haupt ewig gepuderte Greise oder kahleGrindköpfe mit einer Haarmütze seyn sollen. Alswenn uns die Natur nicht so etwas hatte gebenoder nehmen können, wenn sie's gewollt hatte! —
Bei den übrigen Theilen des menschlichen Kör-pers kann ich kürzer seyn, denn das Gesicht war