II. Antiquarische Aufsätze.
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die schlaffe Ueppigkeit welke: wie an ihr mit unbe-schreiblichem Auge Liebe und Verlangen, Kuß undSehnen hange und die Unterlippe sie nur e undtrage: ein Rosenküffen, auf dem die Krane der Herr-schaft ruhet. Wenn man etwas artikulirt nennen kann,so ists die Oberlippe eines Menschen, wo und wiesie den Mund schließt: und wenn dieser von Am-brosia der Liebe und von Nektar der Svade duftet,so ist jene gewiß das Zünglein der Waage, die ihmdie Götterspeise zuwägt.
Außerordentlich bedeutend ists bei einem Men-schen, wie bei ihm die Zahne fallen und wie sichseine Backe schließt. Ob er wenig knirsche und grinse ?oder bei jeder Oeffnung den riciurrr süouis, daso-lsva-cov mache, das eine unausstehlichfreundliche Zerrung ist? odkr alles schlaff hange undstatt einer vollen Lieb - und UeberredungsdustcndenRose, ein Mundlappe da ftp? Ein reiner, zarterMund ist vielleicht die schönste Empfehlung des ge-meinen Lebens : denn, wie die Pforte, so glaubtman sey auch der Gast, der hcraustritt, das Wortdes Herzens und der Seele. Der Ausdruck: an je-mandes Munde hangen; die zwo Purpur-faden des Hohenliedes, die süßen Duft arh-men : das Sprüchwort vom verschloß neu undoffnen Munde ist, dünkt mich, lauter physischesLeben. Hier ist der Kelch der Wahrheit, der Becherder Liebe und zartesten Freundschaft.
Die Unterlippe fangt schon an, das Kinnzu bilden, und der Kinnknochen, der von bei-den Seiten herabkommt, beschließt es. Es zeigt viel,wenn ich figürlich reden darf, von der Wurzel