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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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II. Antiquarische Aufsatz«. 29 5

ob ich; gleich, wenn die Sache selbst wahr wäre,mehr auf Stammcha rakter des Volks als aufEinwirkung des Landes und Clima gäbe: soHolle ich doch dafür, daß cs bei dem Künstler nichtohne Veredlung dieses Zuges abging, wieviel Anlagederselbe im Volk um sich her hatte. Die Nase gicbtdem ganzen Gesicht Haltung, sie ist die Linieder Festigkeit und gleichsam das Scheidegebirgean Thalern zu beiden Seiten; die Kunst mußte alsobald gewahr werden, daß mit ihr für das GanzeAlles gewonnen oder verloren sey. Und da erhubsich denn das Profil, das noch jetzt, nach jenerSprache des Hohenliedes, wie ein Lustbau stehet,der von der Höhe Libanus nach den schönen Gegen-den Damaskus schauet. Nicht der mindeste Theildieses unedlen Gliedes, das Wir kaum zu nennenwagen, ist unbedeutend. Die Wurzel der Nase, ihrRücken, ihre Spitze, ihr Knorpel, die Ocffnungcn,dadurch sie Leben athmet, wie bedeutend für Geistund Charakter! Nur ist auch hier das Hinschrcibeneinzelner Züge zu sehr dem Mißbrauch und Miß-verstände unterworfen; deute sich selbst, wer willund kann.

Die Augen betrachte ich hier nur tastbar alsGlaser der Seele und Brunnen des Lichts und Le-bens. Sie liegen zwischen Büschen eingefaßt undgeschloffen: und eben das blinde Gefühl entdeckt;schon, daß ihre schöngeschliffene Form nebst Schnittund Größe nicht gleichgültig sey. Eben so merk-würdig jsts, wie sich unten der Augknoche starr bäu-me oder sanft verliere ? und ob die Schlafen einge-fallene Grabhöhlcn oder zarte Ruhestätten sind, auf