292 II. Antiguarische Aufsätze.
der Haare über die Stirn fällt, daß dahinter derSaame des Lebens in Zucht und Friede und seligerDumpfheit wachse: so gehörte ein Bernini dazu,die zaerlriutalri Irontsrrr wieder hcrvorzubringenund auch den Statuen den Scheitel wcgzuceißcn , derja uuS minder freilich als die seligen Götter kleidet.Seil es den Klugen der Welt oft selbst an Lichtfehlt, haben sie den brettdurchbohrcnden Blick nvlhig,es von der Stirn andrer zu lesen, die vielleicht ge-rade für sie kein Licht haben, und so hat sich rechtsund links die aufgestriegclte glatte Mode lief hinun-ter verbreitet. Wer in einer Illumination nicht vielLicht hat, thut am besten, wenn er sein Slümpchenvors Fenster stellet oder etwa gar sein Kaminfeuerdahin trägt: so geht» oft mit dem Licht unsrer
Stirnen. Sic glänzen, daß man sich daran wederfreuen noch wärmen kann, und das Licht der Jo-hannswürmer noch lieber hätte. —
Wo sich die Stirn heruntecsenkt, scheint Sinnin den Willen überzugehcn. Als Juno den Her-kules im Olymp sähe, mußte sie, dünkt mich, zu-erst von dem Knoten seiner Stirn versöhnt werden,den sie ihm durch alle Sorgen und Gefahren undKümmernisse ihres weiblichen Verhängnisses da aus-geballt halte. Hier ists, wo sich die Seele zusam-men zieht zum Widerstande: das sind die uorrruaaäclita zaauxsri, mit denen er entweder in seligerDumpfheit blind gehet und trifft, oder wie jenerIndianische Götze, das versunkne Gesetz aus demSchlamme des Abgrunds hinaufholet. Wenns auchnur Winkelmanns Traum wäre, , daß der schöne Torsodes Herkules sich da auf seine Keule senke und in