284 II. Antiquarische Aufsätze.
chen können, daß die Silhouette als B u-ste da steht, daß sie lebe. Da dies .aber so schwerist, da die Silhouetten so schrecklich untreu, nach-käßig und umwissend gezeichnet werden, da nicht je-des Gesicht im Profil gleich redend ist, um einegute Silhouette, d. i. gnug Glieder der Verhaltnißzu geben, aus denen die ganze lebende Form erhelle,da eine bestochene, fliegende oder feindselige Phanta-.fie im schwarzen oder weißen Fleck eines Schatten-bildes eben so viel Spielraum findet, alles hineinzu schreiben, was ihr gefallet; ^so ist wohl nächstGott und dem Gelds im letzten Lustrum unsersJahrhunderts nichts, womit so viel Mißbrauch, Ab-götterei , Vcrläumdung, Betrug und Thorheit ge-spielt wird, als mit den Schattenbildern menschlicherKöpfe. Der erste Versuch der Mahlerei , den einliebendes Mädchen machte und der ewig mur liebha-bcnden Augen und Händen überlassen seyn sollte, dieSilhouette ist jetzt den sieben Söhnen Sceva's Preisgegeben, die alle den Teufel haben, und (wie siesagen, Lavatern nach, das ist, ganz ohne seinenBlick, Geist und Herz) aus Silhouetten weissagenund richten*). — Gebt mir ein, auch nur leid-lich treues leibhaftes Kopf- und Brustbild, so todtes übrigens sei) (denn es ist nur die Larve vom Tob-ten), auch nur die merkbarsten Scherben davon, undmeine langsame Einfalt mag euch eure glorificirteIdeale und Anubisgestaltcn, ausgemahlte Silhouettenund silhouetische Gemählde noch eine Zeitlang gernschenken. —
t) Apostelg. ig, r 3 -16.