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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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278 H. Antiquarische Aufsätze.

und vcrneue. Auch sollen sie nur Freunde scyn unknicht Gebieter: nicht unterjochen, sondern, was auch,ihr Name sagt, Vo r b i ld seyn, uns die Wahr-heit alter Zeiten leibhaft darstcllcn und uns in Ucber-einstimmung und Abweichung auf die Lebensgcstaltender Unfern weisen.

Zu bewundern ist dabcr auch die grosse Ein-fachheit, mit der sie dastehn und selbst dem dun-kelnsten Sinne zeugen. Nichts ist ungewiß für ihngelassen, nichts verworren oder verstümmelt. Keinewidrigen Attribute, keine Binde z. B- um den Mund,da der tastende Sinn statt Mundes ein Maultuchfindet, keine Hunds - und Hirschköpfc, als Allego-rien und Embleme, selbst die nothwendigste» Attri-bute so abgetrennt und abgesetzt, als möglich. Her-kules Löwenhaut ist nicht um ibn, ist höchstens umseinen Arm geschlungen. Die Göttin der Li.be oh-ne drückende Attribute: sic sclbst ist Göttin der

Liebe, in nackte Reitze gekleidet. Den Laokoonhaben die Drachen umschlungen, aber nicht wie'sVirgil beschreibet, daß er ru>r Hals und Brust undBein dreimal umwunden, dem Gefühl des Nichtse-henden mit ihnen zusammengewachscn, ein grauserMenschen - und Schlangcnkörper erscheine. Er strebtnur mit Füßen und Händen und auch von diesenist sein linker Arm frei und fasset den Drachen.So Er und seine Kinder: Vater und Sie find EinGeschlecht, die Drachen sind ihre Feinde, die siejetzt nur alle zu Einem binden.- Auch an klei-nen Theilen des Körpers (meistens verstümmelt odergar nicht zu uns gekomm.n), sind die Attribute ab-ge setzt, bestimmt und deutlich. Die Ge-