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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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271
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II. Antiquarische Aufsätze. 271

da bachgeschunden, mit Hangender Haut und zerfleisch-tem Körper vor mich tritt, und mir zuruft: non.

nie Praxiteles, ssck Marcus linxrt A.grati! undich soll seine schrecklich natürliche Unnatur durchrasten,durchfühlen; grausamer Gegenstand, schweig undweiche! Kein Praxiteles bildete dich, denn er würdedich nie haben bilden wollen. Dich, wie du bist,aus dem Steine hervoczufühlen, hervorzuschinden,welcher Grieche würde das vermocht haben?

Nun sieht jedweder, daß, was von der Bild-hauerey gilt, nicht sofort von Mahlerey und von al-len schönen Künsten, selbst wenns nur Gemmen undMünzen waren, statt habe. Einige neue eckle Her-ren haben über diese so unterschiedene Dinge auseinem Kopfe das Loos geschüttet, und zu Häßlich-keiten gezahlt, was weder Gott noch Menschen da-für erkennen, was ihnen in ihrer Vornehmheit nurdiesmal so dünkte. Löwe und Tiger, Schlange undEidechse, Nilpferd und Erocodil, sind sie deswegenhäßlich, weil sie schrecklich sind, weil sieuns Grausen oder Furcht erregen? der Löwe, welchein schönes Thier ist er, auch in der Kunst des Bild-ners ! die Schlange, wie sanft windet sie sich denStab Aesculaps hinauf, und die Schildkröte, ist sieein unwürdiges Fnßgestell für Gott oder Göttin,da ja selbst der Panzer der Minerva Furcht undSchrecken, Schlangen und Medusen darstellt? Nie-mand wirds in den Sinn kommen, solche Geschöpfefür das Hauptwerk der Kunst zu halten: derMensch thront auf ihrem Altar, ihm ist die Bild-säule heilig. Aber nun, als Beigeräth, als Ncben-werk, als Fußschemel, welcher Thor darf da verbieten