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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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II. Antiquarische Aufsatze. 269

wie Venus, nackt da und das war ihr Schmuck undRcichthum.

Daß für die Mahlerey dies alles anders fev,siebt jeder. Die ist fürs Auge und spricht fürsAuge: denn Farbe ist nur der getheilte Lichtstrahl,die Augensprache. In ihr kann das Haar schwebenund duften, und wie Seide spielen und schlingenund sich umwinden. Die Werke der Mahlerey sindnicht blind, sie schauen und sprechen: das allge-genwärtige Licht kann Einen Hellen Punktzum Auge, das in die Seele geht, beleb en;es ist ja Farben -Zauber- und Lichttafel.

3 .

Wik weit kann die Bildnerey Häßlichkeitenbilden? und die Mahlerey Häßlichkeitenmahlen?

Antwort. So' weit jeder Kunst es ihr Sinnerlaubet, das Gesicht dem Gemahlde, demBilde das Gefühl. Beide aber stehn mitNichten auf Einem Grunde.

Jener Mahler, der einen verwesenden Leichnamso hinzauberte, daß, nicht wie in Poussins Ge-mahlde , der Zuschauer auf der Tafel, sondern jederleibhafte Zuschauer selbst, sich die Nase zuhaltenmußte, (wenn anders das Mahrchen wahr ist) wargewiß ein eckler Mahler. Der Bildner aber, dereinen Leichnam, die abscheuliche Speise der Würmer,