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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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II. Antiquarische Aussahe. 267

seiner dunkel» Unbeschränktheit kein», je weniger erjosgebunden und zertheilt fühlet, so mehr im großenGanzen ahnden.

Die alten Künstler sind in Bildung derHaare sehr berühmt und gepriesen; mehr ober vonKünstlern . und Literntoren gepriesen als von Thcorirsten verstanden. Wo und wie haben sie Haare ge-bildet? wo und wie sie sich bilden und auch vomBlinden als Zierde der schonen Form tasten ließen.Das zierende Haupthaar der Götter und Göttinnen(denn ein kahlköpfiger Römer ist immer ein dürfti-ges uraltes Geschöpf) machten sie zum Körper,ohne daß es ein Steinklumpe würde: es fallt in

schönen schweren Locken herab, oder ist bei Weibern,wo es zarter scyn 'mußte, aufs Haupt g"bunden undnicht um den Kopf fliegend. Keiner Bacchanke flat-.ters, denn es kann ja nicht flattern: dem schnellgc-henden zornigen Apollo istswie die zarten undflüssigen Schlingen edler Weinreben, gleichsam voneiner fanften Lust bewegt, das Haupt umspielend."Bei andern liegts wie ein? schöne Deckehinauf, bei andern in tiefen Furchen hinunter. Nieaber fähcts, wie einer g.niahlten Eva, längelanghinunter, der Gestalt den Rücken zu rauben, undselbst bei einer Aphrodite aus Muschel oder Bade,fallcts, obwohl naß und Kistenweise, doch wohlge-ordnet und nicht waldigt hinab: denn dem Gefühlmüssen die Haare nie Wald, sondern sanfte, nach-gebende Masse werden, die sich endlich selbst verliert.Der Mahlcrey sind sie Farbe, Schatte, Schaltirung,die kann sic schon freier ordnen.

Es ist bekannt, mit welcher Feinheit die Grie-chischen Künstler die A ugenbraune n ihrer Statuen