II. Antiquarische Aufsätze» 2.H9
der Körper dock) seinen Wuchs, seine schöne rundeFülle behiclte? Wie wenn er d u t c h sc h i e n e?Zn der Bildncrey, bei einem Loliclo kann nichtsdurchscheinen: sie arbeitet für die Hand und nichtfürs Auge. Und siebe, eben für die Hand er-fanden die feinen Griechen Auskunft. Ist nur dertastende Finger betrogen, daß er Gewand und zu-gleich Körper taste; der fremde Richter, das Auge,Muß folgen. Kurz, cs sind der Griechen nasseGewandek.
Es ist über sie so viel und so viel falsches ge-sagt, daß man sich fast mehr zu sagen scheuet. Je-dermann waks auffallend, daß sie in der Bildhaucreyso viel, in der Mahlcrey keine Wirkung thun» Undzugleich schienen sie so unnatürlich, so unnatürlichUnd doch so wirksam? so wahr und schön in derKunst, und in der Natur so häßlich? also schönund häßlich, wahr und falsch — wer qiebt Auskunft?— Winkelmann sagt, daß sie nichts als Nach-bildung der alten griechischen Tracht in Leinwandseyn; ich weiß nicht, ob die Griechen je nasse, ander Haut klebende Leinwand getragen? und hier wareigentlich die Frage, warum sie der Künstler so kle-ben ließ und nicht trocknete? führen wir sein Werk,seine Kunst, auf ihren rechten Sinn zurück, so ant-wortet die Sache. Es war nämlich einzigeAuskunft, den tastenden Finger und das Auge,das jetzt nur als Finger tastet, zu betrügen: ihmein Kleid zu geben, das doch nur gleichsam einKleid sey, Wolke, Schleyer, Nebel — doch nein,Nicht Wolke und Nebel, denn das Auge hat hiev
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