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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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2Ä2 II. Antiquarische Aussätze.

nicht durch das Nebeneinander gewinnen, dassEins dem Andern aushelfe und doch also Allesso schlecht nicht scy: denn in ihr ist Eins Allesund Alles nur Eins. Ist dies unwürdig, leblos,schlecht , nichts sagend; schade um Meißel und Mar-mor! Kröte und Frosch, Fels und Matratze zu bilden,war der Rede nicht wcrth, wenn sie nicht etwa ei-nem höhern Werk als Beigehörde dienen, und alsonicht Hauptwerk scyn wollen. Wo Seele lebt undeinen edlen Körper durchhaucht und die Kunst wett-eifern kann, Seele in Körper darzustellen, Göt-ter, Menschen und edle Thiere, das bilde die Kunstund das hat sic gebildet. Wer aber mit hoheridcalischer Strenge dies Gesetz abermals den Schil-de rer n, den Mahlern der großen Natur-lafel aufbürdet, der greife ja nach seinem Kopfe,wie Er etwa zu schildern wäre.

Endlich die Bildnern ist Wahrheit, dieMahlerei Traum: jene ganz Darstellung,diese erzählender Zauber, welch ein Unterschied!und wie wenig stehen sie auf Einem Grunde! EineBildsäule kann mich umfassen, daß ich vor ihr knie,ihr Freund und Gespiele werde, sie ist gegenwär-tig, sie ist da. Die schönste Mahlcrci ist Roman,Traum eines Traumes. Sie kann mich mit sichverschwcbcn, Augenblicke gegenwärtig werden undwie ein Engel in Licht gekleidet, mich mit sichfortziehn; aber der Eindruck ist anders als er dortwar. Der Lichtstrahl weicht hin, es ist Glanz,Bild, Gedanke, Farbe. Ich kann mir kei-nen Thcoristen, der Mensch ist, verstellen, und sichdie zwo Sachen auf Einem Grunde denket.