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II. Antiquarische Aufsätze.
und Seele in sich zu fassen. Sie Kats; die Tau-schunq ist geschchn: es lebt, und sie fühlt, dass cslebe; und nun spricht sie, nicht, als ob sic sehe,sondern taste, füble. Eine Bildsäule kalt beschrie-ben , gisbt so wenig Ideen als eine gewählte Mu-sik ; lieber laß sie stehen und gebe, vorüe-er.
Wenn ich Einem Menseln seine Begeisterungvergebe, so ists dem Liebhaber der Kunst, dem Künst-ler: denn ohne sie war kein Liebhaber, kein Künst-ler. Der elende Tropf, der vorm Modell sitzt undalles platt und flach siebet, der Arme, der vor derleb ndcn Person steht und nur ein Farbcnbret anihr gewahr wird, sind Kleckcr, nicht Künstler. Sol-len die Fi,uwn von der Leinwand vortreten, wach-sen, sich beseelen, sprechen, handeln; gewiß so muß-ten sie dem Künstler auch so erscheinen und von ihmgefühlt seyn. Phidias, der den Donnergott bi dc-te, als er im Homer las und vom Haupte Jupitersvon seiner fallenden Locke ihm Kraft herabiank, demGotte naher zu treten und ihn zu umfangen in Ma-jestät und Liebe: Apollon ius Nestorides, derden Herkules machte und den Ricscnbczwmg. r inBrust, in Hüften, in Armen, im ganzen Körper suhlte:Agasias, als. er den Fechter schuf und in allenSehnen ihn tastete und in allen Kräften ihn hingab;wenn diese nicht begeistert sprechen durften, wer darf»denn? Sie sprachen durch ibr Werk und schwiegen:der Liebhaber fühlt, schafft ihmn nach und stammletim Umfang, im Meere von Leben, was ihn ergrei-fet. — Ucberhaupt, je naher wir einem Gegen-stände kommen, desto lebendiger wird unsreSprache, und je lebendiger wir ihn von fern her