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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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245
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II. Antiquarische Aussatze. 246

Form, schöne Bildung, die nicht Farbe, nichtSpiel der Proportion, der Symmetrie, des Lichtesund Schattens, sondern d a r g e ste l l t c, tastba-re Wahrheit ist. Die schöne Linie, die hier im-mer ihre-Bahn verändert , sic, die nie gewaltsamunterbrochen, nie widrig vertrieben sich mit Prachtund Schöne um den Körper walzet, und nimmerruhend und immer fortschwebend in ihm den Guß,die Fülle, das sanft verblasine entzückende Leib-hafte bildet, das nie von Flache,, nie von Eckeooer Winkel weiß; diese Linie kann so wenig Ge-sichtsflache, so wenig Tafel und Kupferstich werden ,daß gerade mit diesen Alles an ihr hin ist. DasGesicht zerstört die schöne Bildsäule, statt daß es steschaffe: es verwandelt sie in Ecken und Flächen,bei denen cs viel ist, wenn sie nicht das schönsteWesen ihrer Innigkeit, Fülle und Runde in lauterSpiegelecken verwandle; unmöglich kanns also Mut-ter dieser Kunst seyni

Seht jenen Liebhaber, der tiefgesenkt um dieBildsäule wanket. Was thut er nicht, um sein Ge-sicht zum Gefühl zu machen , zu schauen als ober im Dunkeln taste? Er gleitet umher, suchtRuhe und findet keine, hat keinen Gesichtspunkt,wie beim Gemah'de, weil tausende ihm nicht genugsind, weil, sobald es eingewurzelter Gesichts-punkt ist, das Lebendige Tafel wird, und die schö-ne runde Gestalt sich in ein erbärmliches Viel-eck zcrstücket. Darum gleitet er: sin Auge wardHand, der Lichtstrahl Finger, oder vielmehr seineSeele hat einen noch, viel feinern Finger als Handund Lichtstrahl ist, das Bild aus des Urhebers Arm