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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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240 n. Antiquarische Aufsätze.

sie und der deutlichste der Sinne, Gefühl undGesicht. Die schweren Begriffe, die wir unslangsam und mit Mühe ertappen, werden vonIdeen des Gesichts begleitet: dies klart uns auf,was wir dort nur dunkel faßten, und so wird unsendlich geläufig, das mit einem Blick weg zu haben,was wir uns Anfangs langsam ertasten mußten.Als der Körper unsrer Hand vorkam, ward zugleichdas Bild desselben in unser Auge geworfen: dieSeele verband beide, und die Idee des schnellen Se-hens lauft nachher dem Begriff des langsamen Ta-stcns vor. Wir glauben zu sehen, wo wir nur füh-len und fühlen sollten; wir sehen endlich so viel undso schnell, daß wir nichts mehr fühlen, und fühle»können, da doch dieser Sinn unaufhörlich die Grund-feste und der Gewährsmann des vorigen seyn muß.In allen diesen Fällen ist das Gesicht nur eineverkürzte Formel des Gefühls. Die volleForm ist Figur, die Bildsäule ein, flacherKupferstich worden. Im Gesicht ist Traum,im Gefühl Wahrheit.

Daß dem so sey, sehen wir in Fallen, wosich beide Sinne scheiden und ein neu Medium odereine neue Formel einlritt, nach der sie sich gattensollten. Wenn der Stab im Wasser gebrochenscheint und man greift darnach an Unrechter Stelle;so ist wohl hier von keinem Truge der Sinnendie Frage: denn nach einem Strahlen bilde,

als solchem, muß ich nicht greifen. Was ichalso sah, war wahr, wirkliches Bild auf wirklicherFlache; nur, wvrnach ich griff, war nicht wahr:

denn