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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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239
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II. Antiquarische Aufsätze. 23 g

blicken lernt er da mehr und alles lebendiger, wah-rer, starker, als ihm in zehntausend Jahren An-gaffen und Worterklarcn beibringen würde. Hier,indem ec Gesicht und Gefühl unaufhörlich verbindet,eins durchs andre untersucht, erweitert, hebt, stär-ket formt er sein erstes Urtheil. Durch Fehl-griffe und Fehlschlüsse kommt er zur Wahrheit undje solider er hier dachte und denken lernte, destobessere Grundlage legt er vielleicht auf die komplexe-sten Urtheile seines Lebens. Wahrlich das ersteMuseum der mathematisch - physischen Lehrart.

Es ist erprobte Wahrheit, daß der tastende un-zerstrcüte Blinde sich von den körperlichen Eigenschaf-ten viel vollständigere Begriffe sammelt, als der Se-hende, der mit einem Sonnenstrahl hinüber gleitet.Mit seinem unbefangenen, dunkeln, aber auch un-endlich gcnbtcrn Gefühl, und mit der Methode, sichseine Begriffe langsam, treu und sicher zu ertasten,wird er über Form und lebendige Gegenwart derDinge viel feiner urthcilcn können, als dem Allesnur, wie ein Schatte, fliehet. Es hat blinde Wachs-bildner gegeben, die die Sehenden übercrasen, undich habe noch nie vom Beispiel Eines sthlendcnSinnes gehört, der sich nicht durch andre ersetzthätte, Gesicht durchs Gefühl, der Mangel anLichtfarbcn durch liefgepragte daurende Gestalten.Es bleibt also wahr:der Körper, den das Augesicht, ist nur Flache, die Flache, die die Handtastet, Körper."

Nur da wir von Kindheit auf unsre Sinne inGemeinschaft und Verbindung brauchen: so verschlin-gen und gatten sich alle, insonderheit der gründlich-