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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 11 (1821) Römische Literatur. Antiquarische Aufsätze
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II. Antiquarische Aufsätze.

das Leichteste und Anschaulichste ist, Figuren aufder Flache, ward ihm das Mühsamste: er mußteauf fremde ungefühltc Begriffe bauen, mußte zuSehenden reden als waren sie Blinde. Sich denWürfel als sechs zusammcnfchlagende Pyramiden zudenken, war ihm leicht; sich ein Achteck auf derFlache vorzustellen, ward ihm nur durch ein körper-liches Achteck möglich.

Am merkbarsten ward dieser Unterschied zwischenGesicht und Gefühl, Flachen - und Körpcrbegriffenan dem Blinden, dem Che selben das Gesicht gab.Schon in seiner reifen Starrblindhcit hatte er Lichtund Dunkel, und bei starkem Licht Schwarz, Weiß,Hellrot!) unterscheiden können; aber sein Gesicht warnur Gefühl. Es waren Körper, die sich auf seingeschloffenes Auge bewegten, nicht Eigenschaften derFlache, nicht Farben. Nun ward ihm sein Augegeöffnet, und sein Gesicht erkannte nichts, was ervoraus durchs Gefühl gekannt hatte. Er sah k'cincnRaum, unterschied auch die verschiedensten Gegen-stände nicht von einander; vor ihm stand, oder viel-mehr auf ihm lag eine große Bildertafel, Manlehrte ihn unterscheiden, sein Gefühl sichtlich erken-ne», «Figuren in Körper, Körper in Figuren ver-wandeln ; er lernte und vergaß.Das ist Katze!das ist Hund! sprach er, wohl, nun kenne ich euchund ihr sollt mir nicht mehr entwischen !" sie ent-wischten ihm noch ofr, bis sein Auge Fertigkeit er-hielt, Figuren des Raums als Buchstaben vorigerKörpergefühlc anzusehen, sie mit diesen schnell zu-sammen zu halten, und die Gegenstände um sich zulesen.Wir glaubten, er verstünde sogleich was