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II. Antiquarische Aufsatze.
Sinne berauschen, sondern deine Seele mit Ehrfurchterfüllen und deinen Verstand unterrichten. Nimmwahr, die ernste Grazie auf ihrem Gesicht, die un-nachahmliche Einfalt in den scharfen Formen derKöpfe ihrer Töchter. Kein Thcil derselben ist vonirgend einer Leidenschaft zu viel erhöhet oder vertieft;ihre Augen sind nicht von verliebter Trunkenheit halbzugeschlossen, ihr Blick nicht schmachtend, sondernunschuldig und heiter - offen. Ihre jungfräulichenBrüste erheben sich sanft; keine als die kindlicheLiebe hat sic jemals geschwcllet. Es ist dir vergönnt,Jüngling; athme bei diesem Anblick tiefer heraufund kröne deinen Genuß mit dem stillen Wunsch,eine Gattin zu finden , die Diesen gleichet. " *)
„Dies wirst du beim ersten Anblick fühlen;aber tritt naher und du wirst die wahre Ursacheder Ruhe, welche auf diesen göttlichen Gesichtern ist,finden. Die Geschichte der Heldin und ihrerKinder erklärt dir diese Ruhe. **) Es ist die höchste
*) Empfindungen dieser Art, die unsre neuen Kunst-richter subjektiv nennen, sollen und könnenzwar kein Haupteindruck einer Kunstcontemptationwerden; hier stehen sie aber auch nur als Ein-gang und als solcher scheine» sie der Mensch-heit unableglich. In eine heilig-schönereFamilie als der Niobe trat man wohl nie.
**) Niobe, Tantalus Tochter, Pelops Schwester,Amphions Gemahlin, hatte zwölf Kinder, sechsSöhne und sechs Töchter. Diese erlegten Apol-lo und Diana mit ihren Pfeilen, zornig aus