,g2 I. Zur römischen Literatur.
lernen muß. Die Geschöpfe, von denen ich leiderden Namen trage, *) hatten diese elastischenOrgane, und waren nach Art der Affen sehr lustig.
Kritik. Bei ihnen bildetest du dein Talent also ?
Satyre. Leider, oder soll ich sagen glück-licher Weise? finden sich diese Satyrs unterallen Nationen, und thun der Gesellschaft nützlicheDienste. Es giebt gewisse so lästige Charakterein der Gesellschaft, die auch der Langmüthigste nichtertragen kann; Anmaßende, denen niemand zuwiderstehen vermag; Freche, die dem Unschuldig-sten zur Last werden; Narren, die sich mit ihrerNarrheit brüsten; auf der andern Seite verkappteHeuchler, denen die Kutte entnommen werdenmuß u. f. Da brachte ich nun in Mitte der Gesell-schaft, unter ihrem Schutz, zu ihrer höchstenZufriedenheit das öffentliche Spott- und Schimpf-spiel auf; du weißt, cs ist beliebt bei allen lusti-gen Erdvölkern. Der, dem die Ehre der Bemer-kung wiederfahrl, sitzt in der Mitte des Kreises, seinGesicht bedeckt oder angenehm maskirt; ein Ziel derWitzespfeile des gesummten Eirkels. Oft muß Einernach dem Andern an die Reihe; übelnehmen darfer keinen Spott; dieser ist die Freiheit des Festes.Ein Tadelspiel unter der Firma einerGesellschaft war also mein erster Schauplatz,auf dem jeder Belachte über andre und wenn er. wollte, auch über sich selbst mitlachen konnte; jederEensirte war Mücensor.
Kritik.
*) Die Satyrs und Satyrisken.