l. Zur römischen Literatur.
»?<-
6 .
Die mit fremden Federn geschmückte Krähe.
Daß Man auf fremde Güter stolz zu seynNie lüste, sondern in dem Eign.n nurBescheiden-glücklich lebe, sprach Aesop:
Ein' aufgeblas'ne, eitle Krähe, lasSich Federn, die dem Pfau entfallen waren,Vom Boden auf, und schmückte sich damit:Und fortan kennt sie ihr Geschacht nicht mehr,Und mischt sich in der Pfauen schöne Schaar.Was wird? der unverschämten hacken dieseDie Federn aus, und beißen sie hinweg.
Und als sie übel so gelohnt und traurigSich zu den Ihren stielt, erduldet sieVon ihnen gleichen Rückweis, gleiche Schwäch.Da sprach von denen, die sie einst verschmäht,Ein Alter: battcst du Mit uns und demWas die Natur dir gab, vergnügt gelebt,
Dich traft jener nicht, nicht dieser Schimpf.
7 -
Das Bündniß mit dem Löwen.
Mit Mächtigem ein Bündniß stiften, istGefährlich: das lehrt diese Fabel euch.