I. Zur römischen Lileratur. 169
Das sanfte Schaf, wie kann ich es, 0 Wolf,
Da ja herab von dir der Strom mir kommt.Zurückgctriebcn von der Wahrheit MachtBegann er wuder: vor sechs Monden hastDu schlecht von mir geredet; das weiß ich.
Ach, sprach das Lamm, vor jenen Monden lebt'
Ich ja noch nicht. So that dein Vater es.
Und damit griff er und zerriß das Schaf,Schuldlosen Todes.^ Diese Fabel giltDem, der mit Ranken Unschuld unterdrückt.
2 .
Adler und Fuchs verbinden sich.
Freundschaft verknüpften Fuchs und der Adler einst;Als Nachbarn beive wollten sie leben nun:
„Nimm deine Wohnung unterm Baume,„Droben im Neste desselben sitz' ich."
So sprach der Adler. Höret, was bald geschah!Der Adler hungert: „Siehe der Nachbar istAnjetzt daheim nicht; auf! in des Nachbars Nest!"Er fliegt hinab — und zehrt ihm die Jungen auf.
Der Fuchs rückkehrend klagete laut (umsonst!)Den Räuber an, der hoch ihn verachtete.
Das Schicksal fand den hohen RäuberAuch auf dem Gipfel des hohen Baumes.