i58 I. Zur römischen Literatur.
Andre modern der Venus im Schoos; wenn aber
die Eicht kommt,
Und die Glieder ihnen, die dürren Aeste des eilten
Buchbaums, bricht mit steiniger Hand, wie werden
alsdenn sic
Nur zu spät beseufzen, daß ihnen im sumpfigen
Nebel
Traurig und dick die Tage vergangen, daß ihnen
das Leben
Ungenossen geraubt scy. Du, Eornutus; hingegen
Liesest Nächte hindurch dich blaß an Schriften der
Weisen:
Denn du bist der Jünglinge Bildner, iaest Eleanthes
Frucht ins feingcreiuigle Ohr. Ihr Jünglinge, Greise,
Kommt und lernet allhier des Lebens sicheren End-zweck
Holet Rcisegeschenk für jene elend-ergraute.
„Morgen wollen wir das! " So wirst du morgen
auch sagen.
„Wie? ists denn so ein großes Geschenk, ein einzi-ger Tag noch?"
Freilich ein großes Geschenk! Wenn Morgen kom-X met, so siehst du
Daß du das gestern verthan: ein neuer Morgen
bestieblt dir
Wieder das Leben und immer wird noch ein wenig
dir Nest seyn.
Siehe die Räder am Wagen; es kehrt das Hintere
Rad sich
Immer dem »ordern nah und kommt doch nimmer
zum Vordere, :
So dein Heute; das nächste Morgen ist immer ihm
vorwärts.